Shiatsu

Shiatsu-Massage kommt aus Japan und ist in den letzten hundert Jahren entstanden.
Übersetzt heißt Shiatsu"Fingerdruck". Es ist ein Sammelname für ein breites Spektrum von Techniken. Gemeinsam ist allen Techniken die Arbeit mit einer als "Ki" bekannten Lebenskraft, die durch verbundene Kanäle, den Meridianen, im ganzen Körper fließt.
Diese Lebenskraft, das Ki, wird durch die Shiatsu-Behandlung ins Gleichgewicht gebracht.
Das japanische Gesundheitsministerium definiert Shiatsu folgendermaßen: "Shiatsu-Therapie ist eine Form von manueller Behandlung, ausgeführt mit den Daumen, anderen Fingern und den Handflächen, ohne Zuhilfenahme irgendwelcher Instrumente. Durch Druck auf die menschliche Haut beseitigt sie innere Störungen, fördert und erhält die Gesundheit und behandelt spezielle Beschwerden."
Shiatsu wird auch als "heilende Kunst" bezeichnet und der Shiatsu-Therapeut als "heilender Künstler". Dadurch wird zum Ausdruck gebracht, dass es beim Shiatsu gar nicht um die Technik geht – die ist eigentlich nur Nebensache - , sondern, dass Shiatsu etwas sehr kreatives ist, ein kreativer Umgang mit Energien. Und der sieht bei jedem Therapeuten ganz unterschiedlich aus.

Wie wirkt Shiatsu?
Die Erfinder des Shiatsu berufen sich auf die seit über 5000 Jahren bestehende Heilkunde Chinas, der das Meridiansystem zugrunde liegt. Danach herrscht im gesunden Zustand Ausgewogenheit, d.h. die Lebensenergie fließt ungehindert durch die Meridiane und versorgt alle Teile des Körpers. Wenn der Körper jedoch durch einen ungesunden Lebensstil, Stress, Probleme, Kummer usw, geschwächt ist, fließt das Ki nicht mehr gleichmäßig. Es wird in einzelnen Bereichen gestaut, in andere fließt es nur ungenügend hinein. Das führt dann zu Gesundheitsstörungen.
Im Gegensatz zur westlichen Schulmedizin, die auf die Behandlung einzelner Symptome ausgerichtet ist, sollte Shiatsu immer als Ganzheitsmethode verstanden werden, die den gesamten Körper einbezieht, also nicht nur einzelne Symptome behandelt und dazu einzelne Punkte drückt. Es werden in der Regel Ganzkörperbehandlungen durchgeführt, um den gesamten Meridianverlauf zu beeinflussen und die Lebensenergie ins Gleichgewicht zu bringen.

Verschiedene Stilarten
Um diesen Energie-Ausgleich zu erreichen, gibt es ganz unterschiedliche Vorgehensweisen.
1. Die Methode nach Tokujiro NAMIKOSHI, wurde als erste im Westen bekannt. Er entwickelte ein Shiatsu-System, bei dem mit dem Daumen bestimmte Linien und Punkte auf dem Körper in einer festgelegten Reihenfolge und im Atemrhytmus gedrückt werden. Diese Linien liegen nur zu einem Teil auf den Meridianen. Namikoshi zieht das Meridiansystem auch nicht zur Erklärung seiner Arbeitsweise heran, sondern beruft sich auf reine Erfahrung.
2. Shitsuto MASUNAGA hat eine Methode entwickelt, die er Zen-Shiatsu nannte. So wie im Zen Antworten nicht durch den Verstand zu finden sind, ist auch beim Shiatsu nicht zu erklären, warum das Drücken bestimmter Punkte Leiden behebt. Beides – Zen und Shiatsu – kann nur über unser ganzes Wesen erfahren werden. Masunaga's Stil ist eine Kombination der Arbeit mit den Meridianen, die mit der ganzen Hand, aber auch mit Ellenbogen und Knien gedrückt werden, verschiedenen Dehn- und Strecktechniken und dem Fühlen dessen, was bei der Behandlung passiert. Masunaga hatte zwei wichtige Schüler – OHASHI und KISHI -, die beide verschiedene Aspekte aus seiner Arbeit übernommen und weiterentwickelt haben.
3. Wataru OHASHI konzentriert sich hauptsächlich auf die Arbeit mit den Meridianen und den theoretischen Hintergrund der MASUNAGA-Lehre. Er hat in New York eine Shiatsu-Schule gegründet, in der er nach westlichem Lehrprinzip mit genau aufgebautem Kurssystem unterrichtet. Er nennt seine Methode auch "Ohashishiatsu".
4. Akinobu KISHI hat sich auf den intuitiven Aspekt des Zen-Shiatsu, das Fühlen mit den Händen, konzentriert. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit nicht auf das technische Drücken bestimmter Meridiane, sondern auf die Wahrnehmung von Energie beim Drücken des Körpers. Als Kishi merkte, dass seine Hände sich vom Patienten abhoben und er mikt Abstand vom Körper noch viel besser fühlen konnte, entwickelte er daraus eine ganz neue Methode, die er "Seiki" (=der Weg des Ki) nannte. Kishi arbeitete fast nur noch mit Seiki und bevorzugte den asiatischen Lehrstil.
5. Es gibt noch viel mehr Variationen des Shiatsu, weil jeder gute Therapeut im Laufe der Zeit seine besonderen Fähigkeiten in die Methode integriert und somit seinen eigenen Stil entwickelt. Mein persönlicher Stil ist durch KISHI geprägt - Ich kombiniere verschiedene Stilrichtungen mit intuitivem Shiatsu.

Welchen Nutzen bringt Shiatsu?
Shiatsu sollte bereits vorbeugend angewandt werden, wenn man sich noch nicht richtig krank, aber auch nicht mehr richtig gesund fühlt, leicht zu Erkältungen neigt, schnell müde wird, schwer abschalten kann, unter Dauerstreß leidet und so weiter.

Es kommen aber auch relativ gesunde Menschen, die sich einfach mal etwas "gönnen" wollen, auftanken wollen, da Shiatsu sehr angenehm ist und sehr tief entspannt.

 

Das Wirkspektrum von Shiatsu ist sehr breit gefächert. Man kann grob vier Bereiche unterscheiden, auf die sich Shiatsu besonders günstig auswirkt:


1. Verschiedene Formen von Muskelverspannungen (besonders bei Rücken- und Kopfschmerzen, steifen Schultern und Nacken).
2. Alle Beschwerden, die mit Streß und Belastung in Zusammenhang stehen, da Shiatsu sehr tief entspannt (zB Nervosität, Einschlafstörungen, Migräne, allgemeines Unwohlsein)
3. Shiatsu kann latente Probleme an inneren Organen ausgleichen, so dass sie sich erst gar nicht auszuweiten brauchen
4. Shiatsu wirkt nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der emotionalen und geistigen Ebene. Es kann uns zB dabei unterstützen, unseren Panzer aufzuweichen. Manchmal kommen Gefühle, die lange im Körper eingeschlossen waren, spontan zum Vorschein.
Manche Menschen fühlen in ihrem Inneren eine Veränderung, sehen plötzlich Bilder, haben intensive Träume oder ihnen werden bestimmte Probleme plötzlich bewußter und spüren mehr Klarheit.


Wie bei allen ganzheitlichen Methoden kann es auch beim Shiatsu vorkommen, dass sich Beschwerden vorrübergehend verstärken, weil sie an die Oberfläche kommen und man sie bewußter wahrnimmt. Das ist Teil des Heilungsprozesses.
In der Regel sind Shiatsu-Behandlungen aber sehr wohltuend.
Shiatsu verträgt und ergänzt sich gut mit anderen Methoden, auch psychotherapeutischen, besonders, wenn sie körperorientiert sind.
Shiatsu wird am bekleideten Körper durchgeführt.

 

Eine Sitzung dauert in der Regel 60 - 90 Minuten.

 

Kosten: 60 Euro pro Stunde (für Beratung und Massage)